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Beveiligingsnieuws

Mabna Institute: USA klagt 17 iranische Hacker an

Mabna Institute hackers

Die US-Justiz hat in dieser Woche Anklagen gegen 17 Personen bekanntgegeben, die mit dem Mabna Institute in Verbindung stehen. Laut Mitteilung geht es um Hackerangriffe auf Hunderte Organisationen in den USA und im Ausland – mit dem Ziel, wissenschaftliche Ressourcen und andere wertvolle Daten zu stehlen.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Zahl der betroffenen Opfer. Die Ermittler beschreiben zudem einen weitreichenden Zugriff auf E-Mail-Konten von Hochschulmitarbeitern sowie den Abfluss großer Datenmengen aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen.

Was den Vorwürfen zugrunde liegt

Nach Angaben der US-Behörden handelt es sich um eine 14-fach ergänzte Anklageschrift. Der Vorwurf: Das Mabna Institute sei im Jahr 2013 gegründet worden, um Universitäten und Forschungsorganisationen dabei zu unterstützen, nicht-iranische wissenschaftliche Ressourcen zu nutzen.

Die Anklage ordnet die Aktivitäten außerdem dem Umfeld der Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) zu. Die US-Justiz sagt, die 17 Angeklagten hätten demnach im Auftrag des iranischen Staates gehandelt.

Hunderte Ziele: Hochschulen, Unternehmen, Behörden

Die Angriffe sollen sich über verschiedene Zielgruppen erstreckt haben:

  • Universitäten (144 in den USA und 178 im Ausland)
  • Private Unternehmen (42 in den USA und 11 im Ausland)
  • Regierungsbehörden in den USA (fünf)
  • Mindestens zwei NGOs im weiteren Umfeld

In Summe werden mehr als 31 Terabyte an akademischen Daten und geistigem Eigentum genannt. Zusätzlich geht es in der Anklage auch um das Ausspähen von Mitarbeiter-E-Mail-Konten.

Besonders relevant sind die beschriebenen Ergebnisse an den Hochschulen: Über 100.000 Professorinnen und Professoren weltweit sollen ins Visier genommen worden sein. Laut Anklage gelang es, etwa 8.000 Professoren-E-Mail-Konten an 144 Universitäten in den USA sowie 178 Institutionen in zahlreichen weiteren Ländern zu kompromittieren.

Technik der Angriffe: Zugangsdaten und Datenabfluss

Wie die US-Ermittler schildern, erfolgte der Zugriff über gestohlene Zugangsdaten. Mit diesen Zugangsdaten konnten die Angreifer in die Konten der betroffenen Professoren gelangen und anschließend Informationen und Dokumente abziehen.

Der Abgriff wird für mehrere Forschungsrichtungen beschrieben, darunter Ingenieurwesen, Medizin, Technologie und weitere Disziplinen. Die Anklage deutet damit darauf hin, dass nicht nur einzelne Dateien im Fokus standen, sondern ganze Wissensbereiche durchsuchbar gemacht werden sollten.

Reichweite international: Mehrere Länder, ein Muster

Die betroffenen Institutionen sollen in zahlreichen Staaten gelegen haben. Genannt werden unter anderem Australien, Kanada, China, Dänemark, Finnland, Deutschland, Irland, Israel, Italien, Japan, Malaysia, die Niederlande, Norwegen, Polen, Saudi-Arabien, Singapur, Südkorea, Spanien, Schweden, die Schweiz, Türkei, das Vereinigte Königreich sowie weitere Länder.

Dieses geografische Spektrum zeigt nach Einschätzung der US-Behörden, dass die Operation nicht auf einzelne Regionen begrenzt war. Stattdessen wirkt es wie ein abgestimmtes Vorgehen, das auf akademische Netzwerke und deren Kommunikationsstrukturen abzielt.

Belohnungen über „Rewards for Justice“

Ein zentraler Bestandteil der US-Mitteilung ist das Rewards for Justice (RFJ)-Programm. Demnach bietet der US-Staat Belohnungen von bis zu 10 Millionen US-Dollar für Informationen, die zur Festnahme führen.

Konkret richtet sich die Belohnung an Hinweise zu fünf Personen, die in der Anklage genannt werden: Mesri, Galekuhi, Kahzadian, Fayaz und Ballojeh.

Damit verfolgt Washington das Ziel, die Ermittlungen zu beschleunigen und den mutmaßlichen Verantwortlichen greifbar zu machen.

Verbindungen zu Handel und Erpressung

Neben dem reinen Datendiebstahl beschreibt die Anklage auch den weiteren Umgang mit den gestohlenen Informationen. Laut superseding indictment sollen die Angeklagten die Daten über zwei Unternehmen verkauft haben, die mit einer Person im Umfeld des Mabna Institute verbunden sein sollen.

Zusätzlich wird ein weiterer Schwerpunkt erwähnt: Unter den Vorwürfen findet sich auch ein Fall, der als Erpressungsversuch eingeordnet wird. In diesem Zusammenhang wird ein Ziel mit Bezug zu HBO genannt, bei dem von einem 6 Millionen US-Dollar schweren Erpressungsversuch die Rede ist.

Wer wird in der Anklage genannt?

Die US-Justiz führt mehrere Personen auf, die mit dem Mabna Institute in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören unter anderem die beiden Gründer, die in der Anklage genannt werden:

  • Gholamreza Rafatnejad
  • Ehsan Mohammadi

Darüber hinaus werden weitere Angeklagte beschrieben, darunter mehrere Personen mit sogenannten Alias-Namen. Die Anklage nennt außerdem eine Person, die unter anderem auch unter den Namen Vahid Karima bekannt sein soll.

Wichtig: Die Anklage stellt ein strafrechtliches Vorbringen dar. Ob die Vorwürfe sich in einem Gerichtsverfahren bestätigen, wird dadurch nicht automatisch entschieden.

Warum Hochschulen besonders betroffen sind

Der Fall macht deutlich, weshalb Hochschulen für Angreifer attraktiv sind. Forschungsdaten sind nicht nur wertvoll, sondern oft auch schwer zu schützen, weil viele unterschiedliche Systeme, Plattformen und Kommunikationswege zusammenkommen.

Wenn Angreifer dann noch Zugriff auf E-Mail-Konten erhalten, kann das weit über den Diebstahl einzelner Dateien hinausgehen: E-Mails enthalten Projektinformationen, Kontakte, Entwürfe und Ansprechstellen. Damit lassen sich weitere Angriffswege aufbauen und Wissen gezielt abziehen.

Im geschilderten Muster werden zudem spezifische Fachrichtungen genannt, wodurch sich das Bild ergibt, dass es um die Kompromittierung von Forschungsknow-how geht.

Fazit: Mabna Institute im Fokus der US-Justiz

Mit den Anklagen gegen 17 Personen rückt das Mabna Institute in den Fokus der US-Behörden. Laut Vorwürfen reichen die mutmaßlichen Angriffe von Datendiebstahl und dem Zugriff auf tausende Professoren-E-Mail-Konten bis hin zu einem Handel mit gestohlenen Informationen und sogar Erpressungsversuchen.

Gleichzeitig setzt Washington auf das Rewards for Justice-Programm: Für fünf namentlich genannte Personen können Hinweise zur Festnahme mit Summen von bis zu 10 Millionen US-Dollar belohnt werden.

Für betroffene Organisationen in Forschung und Wirtschaft ist der Fall vor allem ein Signal: Angriffe auf Identitäten und E-Mail-Zugänge sind weiterhin ein zentrales Risiko – und die Folgen können weitreichend sein.

Quelle: https://www.securityweek.com/us-charges-17-iranian-hackers-offers-10-million-rewards-for-5-of-them/