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Beveiligingsnieuws

Anti-Phishing Shield: Millionen Angriffe blockiert

Anti Phishing Shield

Phishing gehört weiterhin zu den häufigsten Einstiegspunkten für Cyberangriffe. Dabei täuschen Kriminelle mit gefälschten Nachrichten und Webseiten, um Nutzer zum Klicken, zum Eingeben von Daten oder zur Preisgabe von Zugangsinformationen zu bewegen. Eine neue, öffentlich-private Initiative zeigt nun, dass technische Schutzmaßnahmen bereits in der entscheidenden Phase helfen können.

Das Anti Phishing Shield ist eine Lösung, die seit Beginn der Pilotphase im Juli 2025 Angriffe auf Phishing- und Betrugsseiten abwehrt. Laut Projektstand wurden dabei bereits mehr als zwei Millionen Zugriffsversuche unter einer Nutzergruppe von über 200.000 blockiert.

Warum Phishing so oft funktioniert

Phishing zielt meist auf einen klaren Ablauf. Zunächst kommt eine Nachricht per E-Mail, SMS oder Messenger, die wie von einer vertrauenswürdigen Stelle wirkt – etwa von einer Bank, einer Behörde oder einem Online-Shop. Häufig steht unter Zeitdruck und mit einer dringenden Aufforderung im Mittelpunkt.

Im zweiten Schritt wird die Zielperson auf eine Linkadresse gelockt oder dazu gebracht, Daten auf einer gefälschten Website einzugeben. Diese Seite unterscheidet sich oft nur minimal von der echten Version. Genau hier entscheidet die technische Absicherung.

Im dritten Schritt übernehmen Angreifer mit gestohlenen Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen Konten, veranlassen Käufe oder leiten Geld weiter. Statistik und Forschung deuten darauf hin, dass es für Kriminelle besonders attraktiv ist, sich auf diese Muster zu verlassen.

Öffentlich-private Zusammenarbeit im Pilot

Das Projekt wurde im Zusammenspiel mehrerer Organisationen entwickelt. Dazu gehören das Ministerium für Justiz und Sicherheit, das NCSC sowie die Unternehmen KPN, die Polizei, der Verband der niederländischen Banken und NLconnect (der Branchenverband für Telekommunikation und Breitband).

Während der Pilotphase schlossen sich weitere Internetanbieter dem Vorhaben an. Genannt werden SNLLR, TriNed und Kabelnoord. Ihr Beitritt verstärkte das Projekt und erhöhte die Zahl der Nutzer, die von der Maßnahme profitieren konnten.

Aufgrund des Erfolgs der Pilotmaßnahme wird das Anti Phishing Shield beim NCSC verankert. Gleichzeitig wird untersucht, wie Reichweite und Wirksamkeit weiter wachsen können.

Schutz über Opt-in bei teilnehmenden Providern

Die technische Lösung wird über teilnehmende Internetanbieter bereitgestellt. Damit die Funktion aktiv werden kann, ist jedoch eine bewusste Zustimmung erforderlich: Nutzer müssen im Rahmen eines sogenannten opt in ihre Einwilligung erteilen.

Auch während der Pilotphase erfolgte die Aktivierung auf diese Weise. Das ist vor allem deshalb relevant, weil es die Kontrolle beim Nutzer belässt und die Anwendung an teilnehmende Netze gekoppelt.

So arbeitet das Anti Phishing Shield technisch

Der zentrale Hebel liegt im Umgang mit schädlichen Domains. Das NCSC sammelt kontinuierlich aktuelle Informationen über Internetadressen, die von Kriminellen missbraucht werden. Diese problematischen Domains werden anschließend analysiert und auf eine Denial List gesetzt.

Die Denial List wird über einen DNS-basierten Service an teilnehmende Internetanbieter verteilt. Diese Liste wird jedes Quartal durch das NCSC aktualisiert und enthält inzwischen mehr als 160.000 schädliche Domains.

Wichtig ist dabei der dynamische Charakter: Domains, die offline genommen wurden oder nicht mehr als bösartig gelten, werden aus der Liste entfernt. Dadurch soll die Abwehr aktuell bleiben und nicht auf veralteten Informationen beruhen.

Die Internetanbieter übernehmen die Denial List in eigene Systeme. Für ihre Kunden stellen sie den Service kostenfrei bereit, sofern diese über den opt in zugestimmt haben.

Wenn ein Nutzer mit aktiviertem Schutz eine Domain besucht, die auf der Denial List steht, wird die Seite automatisch geblockt. Damit sinkt das Risiko, dass Nutzer Opfer von Phishing oder anderer Online-Betrugsmaschen werden.

Warum die zweite Phase entscheidend ist

Viele Sicherheitsmaßnahmen setzen erst dann an, wenn bereits Schaden entstanden ist. Das Anti Phishing Shield adressiert einen früheren Moment im Angriff: den Zeitpunkt, in dem eine Person auf einen Link klickt und eine schädliche Adresse öffnet.

Genau dieser Schritt entscheidet darüber, ob die gefälschte Website überhaupt erreichbar ist. Wenn der Zugriff schon im Netz unterbunden wird, können Nutzer gar nicht erst die Seite öffnen, auf der sie zur Eingabe sensibler Daten verleitet werden.

So weit gehen die Zahlen aus der Pilotphase

Im Zeitraum seit Start der Pilotmaßnahme im Juli 2025 konnten bereits mehr als zwei Millionen Versuche blockiert werden, Phishing- und Betrugswebseiten zu besuchen. Diese Zugriffe betrafen eine Gruppe von über 200.000 Nutzern, die über teilnehmende Anbieter Zugriff auf die Schutzfunktion hatten.

Damit zeigt der Pilot, dass das Zusammenspiel aus aktueller Domain-Erkennung und DNS-basiertem Blockieren in der Praxis skaliert werden kann.

Weiterentwicklung: Reichweite erhöhen, Wirkung ausbauen

Nach dem Erfolg des Piloten haben das Ministerium für Justiz und Sicherheit sowie das NCSC entschieden, die gemeinsame Vorgehensweise fortzusetzen. Die beteiligten Parteien verfolgen das Ziel, sowohl die Reichweite als auch die Wirksamkeit weiter zu steigern.

Praktisch bedeutet das: Es soll mehr Kundschaft innerhalb bereits teilnehmender Internetanbieter erreicht werden. Gleichzeitig soll untersucht werden, wie weitere Anbieter in das Projekt aufgenommen werden können.

In den kommenden Schritten wird daher Schritt für Schritt betrachtet, wie die Lösung ausgerollt werden kann, ohne dass die technische Qualität oder Aktualität der Denial List leidet.

Was Nutzer und Unternehmen daraus mitnehmen können

Für Nutzer ist vor allem wichtig zu verstehen, dass Schutzmaßnahmen wie das Anti Phishing Shield nicht nur „irgendwie“ wirken, sondern an einem konkreten Punkt ansetzen: dem Zugriff auf schädliche Domains. Wer im Browser oder per App mit Links arbeitet, profitiert davon, wenn der Weg zur gefälschten Seite bereits im Hintergrund unterbrochen wird.

Für Organisationen und Anbieter zeigt der Pilot zudem, wie stark die Wirkung sein kann, wenn staatliche Stellen, Sicherheitsakteure und der Telekommunikationssektor zusammenarbeiten. Eine schnelle Erkennung, konsequente Aktualisierung und die Verteilung über DNS sind dafür entscheidend.

Fazit: Das Anti Phishing Shield schafft eine wirksame Barriere

Das Anti Phishing Shield belegt im Pilotbetrieb, dass technische Abwehr in der richtigen Phase einen messbaren Unterschied machen kann. Seit Juli 2025 wurden über zwei Millionen Zugriffsversuche auf Phishing- und Betrugsseiten blockiert. Möglich wurde das durch eine öffentlich-private Kooperation, eine fortlaufend aktualisierte Denial List und den Einsatz bei teilnehmenden Internetanbietern – nach vorheriger opt-in Zustimmung der Nutzer.

Da das Projekt nun beim NCSC fortgeführt und weiter ausgebaut werden soll, können in Zukunft mehr Menschen von der Schutzschicht profitieren. Damit rückt das Ziel näher, den digitalen Alltag verlässlicher gegen Phishing und Online-Betrug abzusichern.

Quelle: https://www.ncsc.nl/nieuws/ruim-twee-miljoen-bezoeken-aan-kwaadaardige-websites-voorkomen-in-pilot