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Beveiligingsnieuws

Russland erhebt Vorwürfe: Telegram-Gründer Pavel Durov

Telegram-oprichter Pavel Durov

In Russland ist ein neues Verfahren gegen Telegram-Gründer Pavel Durov gestartet. Der FSB (Föderaler Sicherheitsdienst) wirft ihm vor, angeblich terroristische Aktivitäten unterstützt zu haben. Zusätzlich soll Durov bzw. Telegram gegen russisches Recht verstoßen haben, weil verbotene Inhalte nicht entfernt worden seien.

Die Vorwürfe werden im Kontext weiterer Einschränkungen genannt, die Russland in den vergangenen Monaten und Jahren gegen den Messenger umgesetzt hat. Gleichzeitig verweist der FSB auf eine Reihe von Fällen, in denen Telegram-Features nach Darstellung des Dienstes für Rekrutierung, Koordination und Täuschung genutzt worden sein sollen.

Was der FSB Russland Vorwürfe Telegram nennt

Der FSB teilt mit, dass Durov mit Blick auf eine laufende strafrechtliche Untersuchung angeklagt werde. Konkret geht es laut Mitteilung um die Unterstützung terroristischer Aktivitäten sowie um den Vorwurf, prohibierte Inhalte nicht gelöscht zu haben.

Im Kern lautet die Behauptung, Telegram habe zahlreiche Kanäle, Chats und Bots nicht entfernt, obwohl diese aktiv genutzt würden. Der FSB schreibt, dass solche Strukturen durch ukrainische Spezialeinheiten sowie durch terroristische und extremistische Organisationen verwendet würden, um Sabotage- und Terrorakte zu planen und zu koordinieren. Dazu zählt der Dienst auch Vorwürfe im Zusammenhang mit Cyber-Fraud innerhalb Russlands.

Der FSB nennt darüber hinaus Folgen, die über die reine Organisation hinausgehen sollen: Er spricht von zahlreichen Todesopfern, unter anderem auch unter Frauen und Kindern, sowie von erheblichen Schäden in Milliardenhöhe.

Rechtlicher Rahmen der Anklage

Die Strafanzeige verbindet der FSB mit Part 1.1 von Artikel 205.1 des russischen Strafgesetzbuchs. Die Einordnung dieser Norm richtet sich dabei auf den Tatbestand der Unterstützung terroristischer Aktivitäten.

Zusätzlich zur Anklage wird Durov auf die internationale Fahndung gesetzt. Durov selbst lebt nach Berichten in Dubai und hat sich öffentlich zu den Entwicklungen bislang nicht geäußert.

Telegram nicht gelöscht: Kanäle, Chats und Bots

Ein zentraler Punkt der Mitteilung ist die angebliche mangelnde Entfernung rechtswidriger Inhalte. Der FSB behauptet, Telegram sei wiederholt nicht aktiv genug gewesen, um zahlreiche Kanäle, Chats und Bots zu löschen, die nach seiner Lesart für Aktivitäten genutzt werden, die gegen russische Sicherheitsinteressen gerichtet sind.

Damit steht weniger ein einzelner Vorfall im Vordergrund, sondern ein Muster: Der Dienst beschreibt eine Vielzahl von Strukturen auf der Plattform, die über längere Zeit aktiv gewesen sein sollen. Für russische Ermittler ist genau dieses Versäumnis laut Mitteilung Teil der Begründung, warum Durov strafrechtlich in den Fokus gerückt wird.

„Daivinchik“: Rekrutierung und Täuschung über einen Telegram-Bot

Der FSB nennt außerdem eine spezielle Ausprägung der Vorwürfe: Nach Darstellung der Behörde sollen ukrainische Spezialeinheiten einen Telegram-Chatbot mit dem Namen „Daivinchik/Leo-Dating, Chatting, and New Friends“ eingesetzt haben.

Die Zielsetzung, so heißt es, sei gewesen, russische Bürger für Sabotage- und Terroraktivitäten zu rekrutieren. Der Dienst führt dabei Deutung durch Täuschung sowie psychologische Manipulation an.

Im Rahmen gemeinsamer Operationen mit dem russischen Innenministerium und dem Ermittlungskomitee seien demnach zwischen Juli 2025 und dem Zeitpunkt der Meldung 46 Personen im Alter von 12 bis 22 festgenommen worden. Der FSB behauptet, diese Jugendlichen hätten bewaffnete Angriffe auf Strafverfolgungsorgane sowie Brandstiftungen ausgeführt. Zielbereiche seien demnach unter anderem Transport-, Energie-, Kommunikations- und finanzielle Infrastruktur gewesen.

Vorwürfe zur Geldbewegung: von Betrugsopfern zu Krypto-Zielen

Weiter führt der FSB an, dass die festgenommenen Personen als Boten fungiert hätten. Dabei sei es demnach um Gelder gegangen, die zuvor von Bürgern durch Betrug erlangt wurden. Laut Mitteilung hätten diese Geldtransfers zu Krypto-Exchange-Standorten geführt werden sollen, um Einzahlungen in Konten vorzunehmen, die laut FSB unter Kontrolle der „Gegenseite“ stünden.

Die Vorwürfe zielen damit auf eine komplette Kette: von der Rekrutierung bzw. Kontaktanbahnung über Täuschung bis zur Umsetzung, inklusive finanzieller Logistik. Genau diese Kette ist ein häufiges Muster in Erzählungen von Ermittlungsbehörden, wenn sie Online-Plattformen als Teil eines größeren Vorgehens darstellen.

Datingsystem und Rolle des Chat-Zufalls

Darüber hinaus erhebt der FSB den Vorwurf, ukrainische Nachrichtendienste hätten den „Daivinchik“-Dienst genutzt, um sich als junge Frauen auszugeben und jungen Männern in Russland online Kontakt anzubieten.

Nach Aufbau einer vermeintlich romantischen Beziehung sollen die Männer den FSB zufolge Standortdaten zu einem gewünschten Treffpunkt übermittelt haben. Als Beispiele nennt der Bericht einen großen Einkaufsmarkt oder Bereiche nahe kritischer Einrichtungen. Zudem sollen Zahlungen über Phishing-Links für Tickets, Konzerte oder Geschenke erfolgt sein.

In der zweiten Phase: angebliche „Behörden“ und Drohkulisse

In einer weiteren Phase, so behauptet der FSB, hätten Vertreter ukrainischer Dienste die Rolle von russischen Strafverfolgungsbehörden oder von Stellen wie Rosfinmonitoring eingenommen, also der Bundesstelle für Finanzaufsicht.

Laut Mitteilung hätten diese „Impostoren“ den jungen Männern erklärt, dass die von ihnen gesendeten Gelder mittlerweile in Konten der Streitkräfte der Ukraine geflossen seien. Gleichzeitig, so die Behauptung, hätten die erhaltenen Koordinaten angeblich für Angriffe wie Raketen- und Drohnenoperationen verwendet werden sollen.

Der FSB schreibt weiter, dass die getäuschten und unter psychischem Druck stehenden Personen anschließend bedroht worden seien. Das Ziel: Sie sollten zu bewaffneten Angriffen und Brandstiftungen gezwungen werden. Diese Aktionen seien demnach als „Überprüfungen“ im Rahmen des Anti-Terror-Schutzes oder als Teilnahme an anderen „Pseudo-Operationen“ umgedeutet worden.

Reaktion von Telegram und politische Einordnung

Als Reaktion auf die Meldung zeigte das offizielle Telegram-Konto auf X ein Bild, auf dem Durov den mittleren Finger zeigt. Ein ausdrücklicher Kommentar zur Anklage wird in der Mitteilung nicht erwähnt, Durov selbst habe sich dem Bericht zufolge öffentlich noch nicht dazu geäußert.

Die Vorwürfe kommen in einer Zeit, in der Russland den Messenger zunehmend eingeschränkt hat: Anfang des Jahres wurden Nutzungseinschränkungen eingeführt, und im April 2026 kam es zu einer nahezu vollständigen Blockade. Der Bericht erinnert außerdem daran, dass Durov bereits vor rund zwei Jahren in Frankreich festgenommen und angeklagt worden sei, weil er sich laut damaligen Vorwürfen nicht ausreichend gegen illegale Aktivitäten auf der Plattform eingesetzt habe.

Was bedeutet das für Nutzer und die Debatte um Plattformverantwortung?

Die aktuelle Meldung zeigt, wie stark Sicherheitsbehörden die Rolle digitaler Kommunikationsdienste in Konflikten und bei kriminalitätsnahen Aktivitäten betonen. Gleichzeitig wird damit erneut die Frage aufgeworfen, wie Verantwortung zwischen Plattformbetreibern, Behörden und gesetzlichen Vorgaben aufgeteilt wird.

Für Nutzer in Russland kann das unmittelbare Folgen haben, denn Einschränkungen und rechtliche Verfahren erhöhen das Risiko, dass der Dienst stärker überwacht oder technisch behindert wird. Für die internationale Debatte bleibt dabei besonders entscheidend, wie Behörden „nicht entfernte Inhalte“ definieren und welche Belege sie für Rekrutierung, Täuschung und Koordination anführen.

Fazit: Russland Vorwürfe Telegram und eskalierende Ermittlungen

Der FSB erhebt Russland Vorwürfe Telegram gegen Pavel Durov und macht geltend, Telegram habe angeblich verbotene Inhalte nicht gelöscht und damit terroristische Aktivitäten unterstützt. In der Darstellung des Dienstes reicht die Spanne von nicht entfernten Kanälen und Bots bis hin zu einem komplexen Vorgehen, bei dem ein Dating- bzw. Rekrutierungsbot sowie Täuschungsmechanismen eine Rolle gespielt haben sollen.

Ob und wie sich diese Anschuldigungen im Verfahren erhärten, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Meldung reiht sich in eine Phase zunehmender russischer Restriktionen gegen Telegram ein und verstärkt den Druck auf die Plattform in einem zunehmend konfliktgeladenen digitalen Umfeld.

Quelle: https://thehackernews.com/2026/07/russia-charges-telegram-founder-pavel.html