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Software Supply Chain Security

Runtime Security: Oligo sichert 60 Millionen für Schutz

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Oligo Security hat eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen und dabei 60 Millionen US-Dollar eingesammelt. Damit steigt das bisherige Gesamtvolumen auf 140 Millionen US-Dollar. Im Mittelpunkt steht weiterhin Runtime Security: Schutz dort, wo Anwendungen tatsächlich laufen – also in der Produktionsumgebung.

Die Runde wurde von mehreren Investoren unterstützt, darunter Ballistic Ventures, Canon Capital, Greenfield Partners, Lightspeed Venture Partners, Red Dot Capital und TLV Partners. Zusätzlich beteiligten sich auch Angel-Investoren.

Worum es bei Oligos Ansatz für Runtime Security geht

Das 2022 gegründete, in Tel Aviv ansässige Unternehmen baut eine Sicherheitsplattform, die verschiedene Ebenen moderner IT-Umgebungen abdecken soll. Dazu gehören Application Code, Cloud Workloads und KI-Systeme. Ziel ist eine besonders tiefe Runtime-Transparenz sowie Schutz in Echtzeit.

Die Plattform setzt dabei auf Code-Execution-Observability. Vereinfacht gesagt: Sie soll sichtbar machen, was der Code zur Laufzeit wirklich tut – und entsprechende Angriffe direkt blockieren können. Unternehmen sollen so in die Lage versetzt werden, Exploit-Versuche zu verhindern, riskante Schwachstellen besser zu priorisieren und Antworten (teilweise) zu automatisieren.

Warum der Zeitabstand zwischen Schwachstelle und Angriff heute sinkt

Oligo begründet sein Wachstum in diesem Segment mit einer Entwicklung, die besonders in der Ära KI an Fahrt gewonnen habe: Der Zeitraum zwischen der Offenlegung einer Schwachstelle und ihrer tatsächlichen Ausnutzung sei deutlich kürzer geworden. Damit steigt der Druck, nicht nur auf klassische Schwachstellenpflege zu setzen, sondern Schutzmechanismen direkt im Betrieb zu etablieren.

Der Ansatz zielt daher auf Runtime Protection auf Applikationsebene. Oligo will zur Laufzeit solche Schwachstellen erkennen, die dann erst im konkreten Ausführungskontext wirksam würden. Gleichzeitig soll die Plattform als präziser Abwehrmechanismus agieren, indem sie maliziöse Funktionen blockiert.

Schutz für die Praxis: Erkennen, priorisieren und blockieren

Für Sicherheitsverantwortliche ist vor allem relevant, wie sich die Logik der Plattform im Alltag auswirkt. Oligo beschreibt mehrere Nutzenpunkte, die über reines Erkennen hinausgehen:

  • Exploit-Versuche blockieren: Angriffe sollen bereits bei der Ausführung gestoppt werden.
  • Risikoreiche Schwachstellen priorisieren: Nicht jede theoretische Schwachstelle ist im Betrieb gleich kritisch.
  • Antworten automatisieren: Prozesse sollen weniger manuell und schneller ablaufen.

Damit adressiert das Unternehmen ein zentrales Spannungsfeld in vielen Organisationen: Sicherheitsteams möchten Risiken reduzieren, während der Betrieb häufig so stabil wie möglich bleiben muss. Oligo argumentiert, dass der Schutz die Produktionsverfügbarkeit nicht zwangsläufig gefährden soll.

Virtual Patching und größere Reaktionsfenster

Ein weiterer Bestandteil der Positionierung ist Zero-Day-Response sowie die Idee größerer Zeitfenster für Patching. Oligo spricht in diesem Zusammenhang von virtual patching, das helfen soll, Systeme zu schützen, selbst wenn ein klassisches Patch noch nicht sofort verfügbar ist.

Das ist besonders dann interessant, wenn Abhängigkeiten, Tests oder Freigabeprozesse die Umsetzung verzögern. Virtuelles Patchen kann in solchen Fällen eine Überbrückung schaffen – ohne die Schutzwirkung komplett an den Zeitpunkt eines offiziellen Updates zu koppeln.

Auch Lieferkettenangriffe sollen mitgedacht werden

Oligo hebt zudem hervor, dass die Plattform supply chain attacks (Angriffe über die Lieferkette) verhindern kann. Gerade bei solchen Vorfällen sind Erkennung und Eindämmung schwierig, weil kompromittierter Code in legitimen Prozessen oder Komponenten auftauchen kann. Der Runtime-Fokus soll hier ansetzen: Entscheidend ist, was im laufenden System passiert.

Wofür Oligo die 60 Millionen US-Dollar einsetzen will

Die neue Finanzierung soll vor allem dabei helfen, die Produktentwicklung voranzutreiben. Gleichzeitig will Oligo die globalen Go-to-Market-Aktivitäten erweitern, um die Plattform breiter bei Kunden zu etablieren.

Damit setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf die Kombination aus technischer Weiterentwicklung und Marktdynamik. Auch in den öffentlichen Aussagen der Investoren wird dieser Aspekt betont.

Stimmen der Investoren

Ballistic Ventures-Partner Jake Seid ordnet Runtime als geschäftskritischen Bereich ein. Seiner Ansicht nach findet dort ein Großteil dessen statt, was Unternehmen unmittelbar mit ihren Kunden verbindet – etwa wenn Nutzer mit Anwendungen interagieren. Zugleich entscheidet dort, wie zuverlässig und sicher ein Betrieb wirkt.

Er betont außerdem, Oligo habe ein besonders schwieriges Sicherheitsproblem gelöst: den Schutz von Produktionsumgebungen, ohne dass Organisationen gezwungen seien, zwischen Sicherheit und Betriebszeiten (Uptime) zu wählen. Diese Mischung aus technischer Innovation, Kundenmomentum und Kategorie-Führung habe die Entscheidung zur Aufstockung der Investition erleichtert.

Einordnung: Was die Finanzierung für die Branche bedeuten kann

Die Runde zeigt, dass Runtime Security weiter als strategisch wachsendes Feld gilt. In vielen Umgebungen nehmen Komplexität und Tempo zu: Anwendungen werden stärker segmentiert, Cloud-Workloads laufen schneller hoch und KI-Workflows verändern die Art, wie Code getestet und eingesetzt wird.

Wenn der Angriffsfokus stärker auf die echte Ausführung zielt, gewinnt ein Ansatz an Bedeutung, der nicht nur Vorab-Scans betrachtet, sondern die tatsächlichen Aktionen zur Laufzeit in den Blick nimmt. Oligos Ziel, Exploit-Versuche zu blockieren, gefährliche Schwachstellen zu priorisieren und virtuelle Gegenmaßnahmen zu ermöglichen, entspricht genau diesem Bedarf.

Fazit

Oligo Security hat sich in einer neuen Finanzierungsrunde 60 Millionen US-Dollar gesichert und damit den Gesamtwert auf 140 Millionen US-Dollar gebracht. Mit seiner Plattform für Runtime Security will das Unternehmen Echtzeitschutz für Application Code, Cloud-Workloads und KI-Systeme ausbauen.

Im Kern geht es um Observability zur Laufzeit, präzise Blockade von Angriffen, eine bessere Priorisierung von Risiken sowie Mechanismen wie virtual patching für längere Reaktionsfenster. Für Sicherheitsverantwortliche ist das vor allem dann relevant, wenn die Lücke zwischen Schwachstellen-Offenlegung und Ausnutzung immer kleiner wird.

Quelle: https://www.securityweek.com/oligo-raises-60-million-for-runtime-security/