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Software Supply Chain Security

Obsidian Security: 85 Millionen für agentische KI-Sicherheit

AI-agent governance

Obsidian Security treibt den Aufbau von agentische KI-Sicherheit mit frischem Kapital voran: Das Unternehmen hat in einer Series-D-Runde 85 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die Investition erfolgt bei einer Bewertung von 1,1 Milliarden US-Dollar und ist ein deutliches Signal dafür, dass Organisationen zunehmend nach Lösungen suchen, um KI-Agents im Unternehmensumfeld besser kontrollieren zu können.

Die jüngste Finanzierungsrunde bringt die bisherige Gesamtfinanzierung von Obsidian auf mehr als 200 Millionen US-Dollar. Angeführt wurde die Runde durch Crescent Cove Advisors; außerdem beteiligten sich Greylock Partners und Menlo Ventures.

Wofür die 85 Millionen eingesetzt werden

Obsidian plant, die neue Finanzierung gezielt einzusetzen, um die eigene Expansion im Bereich agentische KI-Sicherheit zu beschleunigen. Im Kern geht es darum, die Governance für KI-Agents und SaaS-Anwendungen weiter auszubauen, sodass Unternehmen nachvollziehen und begrenzen können, was Agenten innerhalb fremder Unternehmenssysteme dürfen.

Damit richtet sich das Angebot vor allem an Teams, die KI-Workflows nicht nur an der Anwendungsschicht betrachten, sondern besonders die Aktionen innerhalb von Drittplattformen im Blick behalten wollen.

Governance für KI-Agents in Unternehmensanwendungen

Obsidian Security bietet eine Plattform, die Regeln und Kontrollen für KI-Agents sowie SaaS-Workloads bereitstellt. Dabei geht es um die Frage, welche Rechte ein Agent hat, welche Daten er sehen darf und welche Aktionen er ausführen darf – insbesondere in Bereichen wie Daten-Warehouses, Entwicklungs-Tools, Customer-Relationship-Management-Systemen (CRM) und Kollaborationsanwendungen.

Als relevante Agent-Umgebungen nennt das Unternehmen Beispiele wie Microsoft Copilot Studio, Salesforce Agentforce sowie n8n. Auch Tools wie Claude Code und Cowork von Anthropic werden im Kontext der Governance adressiert.

Runtime-Governance: Schutz während der Ausführung

Ein zentraler Bestandteil der Plattform ist eine Runtime-Governance-Schicht. Sie soll in Echtzeit erkennen, ob ein Agent während der Ausführung gefährliche Muster zeigt – etwa Privilege Escalation (Rechteausweitung), zu weit gefassten Datenzugriff oder Verstöße gegen definierte Policies.

Die Enforcement-Regeln werden laut Anbieter anhand von OWASP-ausgerichteten Risikokriterien umgesetzt. So sollen problematische Aktionen erst dann unterbunden werden, wenn klar ist, dass sie gegen die vorgesehenen Sicherheits- und Zugriffsrichtlinien laufen.

Inventar der MCP-Server und Verbindungsketten

Zusätzlich verwaltet die Plattform ein Inventar der MCP-Server, die innerhalb einer Organisation verbunden sind. Entscheidend ist dabei, dass die Zuordnung nicht nur nach Servern erfolgt, sondern an die jeweiligen Agents gekoppelt wird, die die Server anstoßen.

Für Security-Teams bedeutet das: Unsanctionierte MCP-Verbindungen lassen sich schneller erkennen. Gleichzeitig können Teams besser einschätzen, welche Auswirkungen potenzielle Verbindungen zwischen Agent und Backend haben könnten.

Neue Kontrollen für Claude Code und Cowork

Mit der jüngsten Erweiterung ergänzt Obsidian native Governance-Controls für Claude Code und Cowork. Damit erhalten Security-Teams mehr Möglichkeiten, Agentenrechte gezielt zu begrenzen und Risiken im Betrieb frühzeitig zu steuern.

Zu den beschriebenen Funktionen zählen Mechanismen, mit denen Teams die Berechtigungen von Agents rund um Produktionsdaten einschränken können. Außerdem soll es möglich sein, Zugriffe auf vertrauliche Dateien zu kontrollieren, zu breite Rechte zu korrigieren und die Nutzung von nicht autorisierten MCP- oder Tool-Funktionen zu blockieren.

Damit verfolgt Obsidian einen Ansatz, der die Kontrolle nicht erst nachgelagert ermöglicht, sondern Entscheidungen über Rechte und Aktionen direkt im laufenden Betrieb unterstützt.

Warum Drittanwendungen für das Risiko entscheidend sind

In seiner Stellungnahme unterstreicht Hasan Imam, CEO von Obsidian, dass KI-Agents naturgemäß auf Drittanwendungen zulaufen. Dort liegen laut ihm sowohl Daten als auch die eigentlichen Arbeitsschritte – und damit auch das Risiko.

Er verweist zudem auf eine Lücke in der Praxis: Nur 13% der Security-Teams könnten heute den Datenverkehr in Bezug auf solche Agent-Aktionen in Echtzeit untersuchen und Policies durchsetzen. Obsidian will genau diese Quote verändern, indem es Governance so positioniert, dass Unternehmen besser regeln können, was Agenten in Drittanwendungen tatsächlich tun.

Das Unternehmen sieht darin den Weg, um den Nutzen jedes eingesetzten Agents im Unternehmen vollständig auszuschöpfen – mit Sicherheitskontrollen, die an realistischen Einsatzorten ansetzen.

Einordnung: Was die Finanzierung für die Praxis bedeutet

Die Series-D-Runde zeigt, dass agentische KI-Sicherheit nicht mehr nur als Konzept betrachtet wird. Für Unternehmen entsteht der Bedarf besonders dort, wo Agenten mit externen Services interagieren: Dort treffen KI-Workflows auf Unternehmensdaten, Tooling und Prozesse, die stark reguliert und kritisch sind.

Obsidian argumentiert dabei mit einer Kombination aus Policy-Durchsetzung während der Ausführung, risikobasierten Kriterien sowie einer Sicht auf die Verbindungslandschaft über MCP-Server. Für Security-Teams ist das relevant, weil sich Risiken oft weniger in statischen Berechtigungen zeigen, sondern im konkreten Verhalten während der Ausführung.

Fazit

Obsidian Security hat 85 Millionen US-Dollar für den Ausbau seiner Plattform erhalten und arbeitet an der weiteren Stärkung von agentische KI-Sicherheit. Mit einer Bewertung von 1,1 Milliarden US-Dollar richtet das Unternehmen den Fokus darauf, Governance für KI-Agents in Drittanwendungen robuster zu machen – inklusive Runtime-Kontrollen, Policy-Durchsetzung nach OWASP-ausgerichteten Risikokriterien sowie nativen Erweiterungen für Claude Code und Cowork.

Für Unternehmen dürfte die Entwicklung vor allem dann bedeutsam sein, wenn KI-Agents nicht nur im eigenen System arbeiten, sondern auch in Daten-Warehouses, Entwicklungsumgebungen, CRMs und Kollaborations-Tools aktiv werden.

Quelle: https://www.securityweek.com/obsidian-security-raises-85-million-at-1-1-billion-valuation/