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Beveiligingsnieuws

INTERPOL Operation Jackal IV: 58 Festnahmen

INTERPOL Jackal IV

Internationale Ermittler schlagen erneut Alarm: Mit der INTERPOL Operation Jackal IV ist eine groß angelegte Durchsuchungs- und Festnahmewelle gegen organisierte Kriminalität mit Cyberbezug gestartet worden. Die achtmonatige Aktion richtete sich vor allem gegen westafrikanische kriminelle Netzwerke, die über digitale Täuschungen und verschleierte Geldflüsse Gewinne sichern.

Nach Angaben von INTERPOL endete die Operation mit 58 Festnahmen und der Identifizierung von 263 Verdächtigen. Beteiligt waren zahlreiche Staaten aus verschiedenen Kontinenten, was die grenzüberschreitende Dimension der Verfahren unterstreicht.

Was steckt hinter INTERPOL Operation Jackal IV?

Die INTERPOL Operation Jackal IV wurde als Reaktion auf eine zunehmende Bedrohung durch kriminelle Gruppen aus Westafrika durchgeführt. INTERPOL betont dabei, dass solche Netzwerke einen erheblichen Anteil an weltweit verbreiteter, cyberermöglichter Finanzbetrugs-Kriminalität ausmachen.

Die Ermittler ordnen die Vorfälle typischerweise Betrugsmaschen wie Romance Scams (Kontakt- und Vertrauensbetrug), kryptobezogene Investmentbetrügereien sowie Business Email Compromise zu. Daneben stehen weitere schwere und teils gewalttätige Delikte im Raum.

Beteiligte Länder und internationaler Ermittlungsansatz

Die Operation brachte 22 Länder zusammen, die auf insgesamt sechs Kontinenten aktiv waren. Unter den Staaten, die an der Aktion teilnahmen, finden sich unter anderem Deutschland, Frankreich, Österreich, die Niederlande, Irland, Italien, Spanien, Schweden und die Schweiz. Auch Länder außerhalb Europas wie Nigeria, Côte d’Ivoire, Australien, Kanada, Indonesien, Malaysia, Südafrika, Japan sowie die Vereinigten Arabischen Emirate, das Vereinigte Königreich und die USA waren beteiligt.

Für die Ermittlungsarbeit bedeutet das vor allem: Hinweise aus einzelnen Ländern können zusammengefügt werden, um Muster in Betrug, Geldwäsche und Infrastruktur aufzudecken.

Identifizierte Verdächtige: Fokus auf Cyber-Betrug als Service

Ein wesentlicher Schwerpunkt der INTERPOL Operation Jackal IV lag auf einem großen „Crime-as-a-Service“-Umfeld. INTERPOL zufolge wurden 196 Personen in Verbindung mit einem solchen Netzwerk identifiziert. Dieses Netzwerk soll unter anderem Webseiten- bzw. Domain-Infrastruktur bereitgestellt haben, aber auch Unterstützung bei Geldwäsche geleistet haben.

In diesem Zusammenhang wurden 17 Festnahmen vorgenommen. Der Hintergrund: Dienste, die professionell als „Baukasten“ für Betrüger funktionieren, senken für Täter die Hürde, schnell neue Kampagnen aufzuziehen und sich gleichzeitig die Herkunft von Geldern zu verschleiern.

Razzien in Johannesburg: Betrug über Rollen im „Team“

Darüber hinaus fanden in Johannesburg Razzien statt. Laut den Angaben wurden dort sieben Standorte durchsucht, weil angeblich Betrugsmaschen betrieben worden seien, die sich an Rentner in englischsprachigen Ländern richteten.

Interessant ist die von INTERPOL beschriebene Struktur: Die Zusammenarbeit der Beteiligten habe sich wie eine „normale“ Organisation angefühlt, nur mit klar verteilten Aufgaben. Ermittler sprechen von Rollen, die sinngemäß als „Conversion“-Agenten und „Retention“-Agenten beschrieben werden. Dabei ging es offenbar darum, unterschiedliche Phasen des Betrugs abzudecken – vom Aufbau der Interaktion bis zur weiteren Bindung, um Opfer länger im Prozess zu halten.

Callcenter-Betrug in Rumänien: Hohe Rendite, abgezweigte Gelder

Ein weiterer Teil der Operation betraf ein Investmentbetrugssystem, das aus einem Callcenter in Rumänien betrieben worden sein soll. Die Masche versprach laut INTERPOL hohe Renditen bei Aktien und Kryptowerten.

Ziel war es, unbeteiligte Nutzer dazu zu bringen, Geld bereitzustellen. Anschließend sollen die Gelder auf Wallets umgeleitet worden sein, die von den Betrügern kontrolliert wurden. INTERPOL beziffert den entstandenen Schaden auf rund 143 Millionen Euro, die demnach weltweit gestohlen und anschließend gewaschen worden seien.

In diesem Zusammenhang wurden 11 Personen festgenommen. Außerdem seien ungefähr 330.000 Euro (umgerechnet rund 379.000 US-Dollar) in bar und Kryptowährung sichergestellt worden. Weitere Ergebnisse: sechs Immobilien sowie mehrere Luxusuhren.

Europäisches Netzwerk: Shell Companies und viele Transaktionen

Unabhängig davon identifizierten Ermittler zudem eine Person im Umfeld eines pan-europäischen Geldwäsche-Netzwerks. Laut INTERPOL nutzte die Struktur Briefkastenfirmen, Remittance-Dienste und Bargeldabhebungen, um die Herkunft der Gelder zu verschleiern.

Im Kern ging es um eine Vielzahl von Bewegungen: Ein einziges Konto habe insgesamt 845.000 Euro (etwa 736.000 US-Dollar) im Zuge von 560 Transaktionen verarbeitet, verteilt auf 20 unterschiedliche Finanzinstrumente.

Operation Jackal IV als Teil einer längeren Serie

Die aktuelle Aktion ist bereits die vierte Iteration der „Operation Jackal“. INTERPOL ordnet sie in den Zeitraum November 2025 bis Juni 2026 ein. Ziel ist es, Geldwäsche-Strukturen zu zerschlagen, hochwertige Zielpersonen zu identifizieren und illegale Vermögenswerte sicherzustellen.

Dass das Vorgehen nicht isoliert geschieht, zeigen auch frühere Wellen:

  • Operation Jackal I (26. bis 30. September 2022): 75 Festnahmen, 49 Objektdurchsuchungen, 1,2 Millionen Euro in Bankkonten abgefangen.
  • Operation Jackal II (15. bis 19. Mai 2023): 103 Festnahmen, 1.110 Verdächtige identifiziert, 208 Bankkonten blockiert, 2,15 Millionen Euro beschlagnahmt oder eingefroren.
  • Operation Jackal III (10. April bis 3. Juli 2024): 300 Festnahmen, 400 Verdächtige identifiziert, mehr als 720 Bankkonten blockiert.

Damit wird deutlich: INTERPOL setzt auf wiederkehrende, strukturierte Ermittlungszyklen, um Netzwerke langfristig zu destabilisieren.

Warum internationale Kooperation entscheidend bleibt

INTERPOL hebt die Bedeutung der Zusammenarbeit über Grenzen hinweg hervor. Laut Aussagen des Direktors des INTERPOL Financial Crime and Anti-Corruption Centre, Tomonobu Kaya, zeigt Operation Jackal IV die Wirkung gemeinsamer Ermittlungen: Indem man illegale Geldflüsse über Länder hinweg verfolgt, kann man die Geschäftsgrundlage organisierter Kriminalität angreifen.

Im Ergebnis wird es für kriminelle Gruppen schwieriger, aus ihren Aktivitäten dauerhaft Profit zu schlagen. Gleichzeitig helfen mehrstaatliche Maßnahmen dabei, Beweismittel, Spuren und Muster zu bündeln, die allein in einzelnen Ländern schwer zu erkennen wären.

Fazit: Mehr Treffer, aber das Problem bleibt

Die INTERPOL Operation Jackal IV liefert konkrete Ergebnisse: 58 Festnahmen und die Identifizierung von 263 Verdächtigen. Die Ermittlungen zeigen dabei typische Muster moderner Betrugs- und Geldwäschekriminalität – von digitaler Infrastruktur bis hin zu aufwendig verschleierten Zahlungswegen.

Gleichzeitig unterstreicht die Serie der Operationen, dass Kriminalität in diesem Bereich dynamisch bleibt. Deshalb sind weitere Ermittlungswellen und ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen Staaten zentral, um Netzwerke nachhaltig zu schwächen.

Quelle: https://thehackernews.com/2026/08/interpol-operation-jackal-iv-arrests-58.html