Die Cybersecuritymonitor 2025 bringt neue Zahlen zur Lage der Cyberabwehr in Deutschland bzw. im niederländischen Unternehmensumfeld. Insgesamt zeigt sich ein positives Bild: Der Anteil der Unternehmen, die von einem Cyberangriff betroffen waren, ist gesunken. Trotzdem zeigt die Auswertung deutlich, dass nicht alle Unternehmen gleich gut vorbereitet sind — die Kluft zwischen großen und kleinen Firmen bleibt hartnäckig.
Im Folgenden ordnet das NCSC die wichtigsten Ergebnisse für das niederländische Wirtschaftsleben ein: von typischen Angriffsmustern über die Verbreitung einzelner Schutzmaßnahmen bis hin zu praktischen Handlungsimpulsen.
Cybersecuritymonitor 2025: Anteil betroffener Unternehmen sinkt
Ein zentrales Signal der Cybersecuritymonitor 2025 ist der Rückgang von Vorfällen. Das entspricht dem niedrigsten Niveau der letzten neun Jahre. Besonders relevant ist dabei, dass der Trend über verschiedene Unternehmensgrößen hinweg sichtbar ist.
Phishing und Spoofing prägen das Angriffsgeschehen
Auch wenn die Gesamtzahlen niedriger sind, ist die Art der Angriffe weiterhin eindeutig. In der Cybersecuritymonitor 2025 werden vor allem Phishing– und Spoofing-Angriffe als häufigste Vorfälle genannt. Diese Angriffskategorien waren 2024 bei 23 % der Unternehmen im Untersuchungszeitraum präsent.
Andere Vorfalltypen kommen deutlich seltener vor. Für Beispiele wie DDoS-Angriffe, Datenlecks oder BEC-Fälle werden Werte von rund 1 % genannt. Ransomware wird in dieser Untersuchung von lediglich 1 % der Unternehmen gemeldet.
Interessant ist zudem die Größenabhängigkeit: Große Unternehmen werden häufiger getroffen. In der Auswertung berichten 14 % von großen Unternehmen von Datenlecks oder Datenmanipulation, und 11 % nennen BEC-Frauds als Vorfallart.
Mehr Maßnahmen bei großen Firmen — kleine bleiben zurück
Ein wiederkehrendes Muster in der Cybersecuritymonitor 2025 betrifft die Verteilung von Schutzmaßnahmen. Grundsätzlich gilt: Mit steigender Unternehmensgröße wächst auch die Bereitschaft, mehrere Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen.
Bei den großen Unternehmen (250+ Mitarbeitende) geben 86 % an, dass sie zehn oder mehr der abgefragten Maßnahmen umsetzen. Bei Microunternehmen (2 bis 10 Mitarbeitende) liegt der Wert dagegen nur bei 13 %. Sogar 40 % der Microfirmen setzen laut Bericht höchstens drei Maßnahmen ein. Selbstständige (zzp) schneiden in der Erhebung am niedrigsten ab.
Der Bericht macht dabei einen Unterschied zwischen eher gängigen und komplexeren Maßnahmen: Bei Standardlösungen wie Antivirensoftware sind die Unterschiede zwischen den Gruppen vergleichsweise gering. Insgesamt nutzen 85 % aller Unternehmen Antivirenprogramme. Bei schwierigeren Maßnahmen ist die Spreizung jedoch deutlich größer.
Beispiel Verschlüsselung: große Firmen deutlich weiter
Besonders auffällig ist der Abstand bei Datenverschlüsselung. Diese Maßnahme nutzen 33 % der Microunternehmen, während bei großen Unternehmen der Wert bei 91 % liegt. Genau solche Lücken machen die Sicherheitslücke zwischen Größenklassen laut Monitor so zählebig.
Multi-Faktor-Authentifizierung nahezu überall bei Großunternehmen
Ein weiterer Schwerpunkt der Cybersecuritymonitor 2025 ist die Entwicklung bei der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Diese Form der sichereren Anmeldung nimmt weiter zu.
Bei großen Unternehmen ist MFA von 71 % (2017) auf 97 % (2025) gestiegen. Auch bei kleinen Unternehmen (10 bis 50 Mitarbeitende) wächst die Nutzung deutlich: von 29 % im Jahr 2017 auf 79 % im Jahr 2025. Damit zählt MFA zu den am breitesten eingeführten Sicherheitsmaßnahmen in der Erhebung.
Branchenunterschiede: IT, Finanzen und Gesundheitswesen vorn — Gastronomie hinten
Die Cybersecuritymonitor 2025 zeigt außerdem, dass die Sicherheitslage nach Branchen variiert. Bereiche, die besonders stark mit IT arbeiten oder sensible personenbezogene Daten verarbeiten, setzen systematisch häufiger Maßnahmen um.
Zu den Vorreitern zählen laut Monitor vor allem die ICT-Branche, finanzielle Dienstleistungen und Gesundheitsversorgung. Vergleichsweise weniger gut aufgestellt ist demgegenüber die Gastronomie.
Als klare Illustration wird genannt: Bei den finanziellen Dienstleistern setzen mehr als die Hälfte zehn oder mehr Maßnahmen ein. In der Gastronomie betrifft das dagegen nur 7 % der Unternehmen.
Warum es nicht nur um „Einschalten“ geht: vorbereiten, üben, verankern
Der Bericht betont, dass eine bloße Einführung einzelner Maßnahmen nicht automatisch für wirksame Cyberabwehr reicht. Entscheidend ist, ob Unternehmen die Themen organisatorisch in ihren Alltag integrieren.
Für kleinere Organisationen empfiehlt die Auswertung deshalb, die Maßnahmen vorzubereiten und organisatorisch zu verankern. Praktische Schritte werden dabei konkret angesprochen: Unternehmen sollten beispielsweise einen Cybervorfall üben, eine Glockenliste bzw. eine Art Whitelist für Zugriffe oder Kommunikationswege erstellen und ein Incident-Response-Plan entwerfen.
Ebenso wird auf die Bedeutung des Zugriffsmanagements hingewiesen. Ziel ist, im Ernstfall schneller zu reagieren und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen nicht nur auf dem Papier sicherzustellen.
Was die Cybersecuritymonitor 2025 untersucht
Die Cybersecuritymonitor 2025 erscheint im Auftrag des niederländischen Ministeriums für Wirtschaft und Klima. Das CBS veröffentlicht den Monitor bereits zum neunten Jahr in Folge. Hintergrund ist, den aktuellen Stand zur Cyberabwehr von Unternehmen und Einzelpersonen transparent zu machen.
Im Kern stützt sich die Untersuchung vor allem auf CBS-Zahlen zu zwei Bereichen: Cybersecurity-Maßnahmen und Cybersecurity-Vorfälle. Zusätzlich betrachtet die Studie, ob Unternehmen Cyberversicherungen abschließen, ob es entsprechende Dokumentationen zu Maßnahmen und Prozeduren gibt und wie die Unternehmen bei der Anwendung sicherer Internetstandards abschneiden.
Damit bildet der Monitor ein breites Bild: Er zeigt nicht nur, ob Vorfälle auftreten, sondern auch, wie gut Unternehmen präventiv organisiert sind.
Fazit: Weniger Angriffe — aber die Sicherheitslücke bleibt
Die Cybersecuritymonitor 2025 liefert zwei Botschaften, die zusammengehören. Erstens: Der Anteil betroffener Unternehmen und die Zahl von Incidents durch externe Angriffe ist im Vergleich zu früheren Jahren gesunken. Zweitens: Die Lücke in der Cyberabwehr zwischen großen und kleinen Unternehmen besteht weiterhin.
Für die Praxis heißt das: Schutzmaßnahmen sollten nicht nur eingeführt, sondern auch passend zum eigenen Größenprofil ausgewählt und konsequent organisatorisch verankert werden. Wer vorbereitet ist, übt regelmäßig und klärt Zuständigkeiten, kann im Ernstfall schneller reagieren — und das Risiko von Folgeschäden deutlich reduzieren.
Quelle: https://www.ncsc.nl/nieuws/cybersecuritymonitor-2025-minder-cyberaanvallen-weerbaarheidskloof-blijft
